Wohlstand durch Industrie
Ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Stärkung der Wirtschaft, speziell in Regionen, die sich im Aufbau befinden.
Nachhaltiges Unternehmertum drückt sich hier durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, den Aufbau von Infrastruktur und individuell durch einen steigenden Lebensstandard aus.
Derzeit führen wir einen Milliardenauftrag für die Methanol Holdings Trinidad (MHTL) aus: Auf Trinidad bauen wir einen Anlagenkomplex zur Herstellung von Düngemittel und Melamin. Dieser stellt mit einem Auftragsvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar, das sich auf sieben einzelne Anlagen erstreckt, die bis dato größte rein private Einzelinvestition auf Trinidad dar. Bei dem neuen petrochemischen Komplex verantworten wir die komplette Errichtung aller Anlagen, vom Engineering und der Lieferung aller Komponenten über das Projektmanagement bis zur fristgerechten Fertigstellung des Baus, sowie die Einhaltung der Kosten innerhalb des existierenden Rahmens. 2009 haben wir innerhalb von 16 Jahren 13 Anlagen auf Trinidad fertiggestellt. Hinzu kommt ein Gas- und Dampfkraftwerk, das den wachsenden Energiebedarf des Landes decken soll. Dieser steigt entsprechend den Erwartungen bis 2010 um 40 Prozent an.
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Ein hervorragendes Beispiel für ökonomische Nachhaltigkeit: Trinidad
Auf Trinidad und der Nachbarinsel Tobago wohnen circa eine Million Menschen. Der wirtschaftliche Erfolg des Staates Trinidad und Tobago beruht nicht zuletzt auf seiner Öl- und Gaswirtschaft und einer gut ausgebauten petrochemischen und metallurgischen Industrie. Unter den Staaten Lateinamerikas und der Karibik verzeichnet der Inselstaat das mit großem Abstand höchste Pro-Kopf Bruttoinlandsprodukt. 2008 erreichte es über 19 700 US-Dollar (Quelle: International Monetary Fund). Trinidad avancierte so zu der wohlhabendsten und am meisten industrialisierten Region Südamerikas und der Karibik. Das Land zählt zu den weltgrößten Exporteuren von Ammoniak und Methanol und erfreut sich dank dieser petrochemischen Basisprodukte auch weiterhin einer kontinuierlichen Wirtschaftsdynamik.
Vom Anlagenbau profitiert die lokale Wirtschaft, es entstehen viele neue Arbeitsplätze, die ursprünglich hohe Arbeitslosigkeit wird reduziert. Wissen und Fähigkeiten kommen ins Land. Dieser Know-how-Transfer hilft dem Land und den dort lebenden Menschen, sich weiterzuentwickeln und eine konstante wirtschaftliche Stabilität zu erlangen. -
„Delayed Coker“: Ein anderes Beispiel
Mit ihrer Hilfe verarbeitet die Raffinerie Aconcagua heute täglich 16 500 Kubikmeter Schweröl zu leichteren Ölen und Kraftstoffen. Damit ist die Kraftstoffversorgung des ganzen Staates zu 40 Prozent gesichert. Die ENAP, das staatliche Unternehmen, mit dem Ferrostaal das Projekt realisiert hat, rechnet mit einem zusätzlichen Gewinn von 800 Millionen US-Dollar aus dem Delayed Coker für die kommenden 20 Jahre. In der Vergangenheit lebte Chile insbesondere vom Export der Bodenschätze, während es heute, da Chile wirtschaftlich reüssiert, zunehmend eine eigene Industrie mit einem eigenen Bedarf an Erdölprodukten hat. Während Chile zuvor wesentlich mehr leichtere und damit teurere Rohstoffe aus dem Ausland importierte, können jetzt hauptsächlich schwere Rohstoffe importiert werden. Damit sinken die Beschaffungskosten. Auch die Nebenprodukte wie Raffineriegas und Kerosin, die stark nachgefragt werden, können mit der neuen Anlage hergestellt werden.
Darüber hinaus werden nun auch qualitativ höherwertige Kraftstoffe mit geringem Schadstoffanteil produziert. Dies ist ein wertvoller Beitrag für die Umwelt. Insgesamt hat sich die Lebensqualität der in Santiago de Chile lebenden Menschen signifikant verbessert, denn die hohe Belastung durch Smog in der Region hat sich reduziert und die Luftqualität ist heute weitaus besser: Der Ausstoß Luft belastender Stoffe ist um die Hälfte zurückgegangen – dies attestiert eine Studie der chilenischen Umweltbehörde CONAMA.
Seit dem Jahr 2000 ist die Bevölkerung der Hauptstadtregion um etwa sieben Prozent gestiegen, das Bruttoinlandsprodukt hat sich verdoppelt und die Zahl der Kraftfahrzeuge hat sich verdreifacht. So wächst der Energiebedarf des Landes ständig weiter, doch während es früher häufig aufgrund der Importabhängigkeit zu Lieferengpässen kam, wird Chile im Hinblick auf seine Energieressourcen zunehmend flexibel. Für das Wirtschaftswachstum in Chile hat der Delayed Coker deshalb eine hohe strategische Relevanz.
